Wenn Sie das neue Gesetz zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen verinnerlicht haben und sich nur den tatsächlichen Kern konzentrieren, dann haben Sie mit hundertprozentiger Sicherheit verstanden, dass sein Gesetzesinhalt unser Arbeits- und Gesellschaftsleben gehörig umkrempeln wird. Dem Arbeitnehmer vermittelt es deutlicher als je zuvor, dass er ein Geheimnisträger ist und sich dadurch auch sein Verhalten in den privaten Sphären seines Lebens massiv verändern wird müssen. Ich traue mich sogar zu behaupten, dass einige oberflächliche Bekanntschaften oder Quasi-Freundschaften garantiert daran zerbrechen werden. Bindende Themen bzw. Gemeinsamkeiten fallen weg, weil sie nicht mehr ausgetauscht werden. Sehr viele dieser Dinge, die uns ärgern, dürfen nicht ausgesprochen werden, weil sie direkt oder indirekt ein Geschäftsgeheimnis darstellen. Der zukünftige Jobwechsel wird vom Arbeitnehmer und vom Arbeitgeber (egal ob alter oder neuer) unter die Lupe genommen. Job-Kandidaten werden ganz anders bewertet. Ein Übergang vom direkten Konkurrenten ist plötzlich für jeden Arbeitgeber ein Risiko. Es droht immer eines Reputationsschadens durch die Gefahr Daten zu verfügen, die der neue Mitarbeiter mitgebracht hat. Aus dieser Sicht ist das GeschGehG beidseitig zu sehen!

Eines löst das GeschGehG ganz hervorragend! Es soll den Verlust von Know-how durch Innentäter oder Geschäftspartnern verhindern! Mein Fokus in diesem Artikel ist der nationale und internationale Geschäftsgeheimnisverlust durch Innentäter und Geschäftspartner! Also nochmals komplexer!

Kommen wir jetzt zum Arbeitgeber. Die Novelle der bisher unterschiedlichen UWG’s war dringend notwendig. Deutschland hat es als neues GeschGeheimnisGesetz am 21.03.2019 im Bundestag beschlossen. Es soll und die Wichtigkeit für die eigene Wirtschaft hervorhebt. Was verändert sich aber für die deutschen Unternehmen? Die Forderung im Gesetz Maßnahmen zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen umzusetzen, heißt nichts anderes, als das sie ab jetzt ihre Geschäftsgeheimnisse präventiv schützen müssen! Sofern sie es unterlassen, können Sie sich hinterher über den Verlust von Know-how nicht mehr vor Gericht mokieren.

Der Forensik nach dem Vorfall ein lautes adieu! Diese wird jetzt nämlich bereits präventiv gebraucht! Daher muss sie vorgezogen werden! Das Gesetz sieht es als Beweis an, wenn eine Firma ihre Unternehmensdaten – sein gesamte Know-how - als Geschäftsgeheimnisse klassifiziert hat. Wir empfehlen die vierstufige Unterteilung: ÖFFENTLICH|VERTRAULICH|GEHEIM|STRENG-GEHEIM

Als nächstes verlangt das Gesetz, dass Arbeitnehmer bzw. Geschäftspartner als Geschäftsgeheimnisträger identifiziert und deren Zugriffsrechte ihrer Stellung und ihrer Verantwortung angepasst bzw. einstuft werden!

Unternehmen müssen also bereits vorher wissen, welche Geschäftsgeheimnisse jedem einzelnen Mitarbeiter oder Geschäftspartner während seiner Tätigkeit für das Unternehmen zur Verfügung standen, um nach seinem fragwürdigen Abgang gegen Verstöße klagen zu können.

Nichts davon kann aber ohne genauer Forensik von Datenbeständen und Kommunikationsmitteln stattfinden. Jedes Schutzkonzept für die Umsetzung zum Schutz der Geschäftsgeheimnisse wäre unvollständig und unwirksam. Ein Richter würde Ihnen die löchrige Beweislage erklären. Also zahnlos!

DAS DSGVO STRAHLT WENIGER RISIKO ALS DAS GESCHGEHG

Unternehmen stehen also vor einer gewaltigen Aufgabe. Das DSGVO nicht einmal durchgehend umgesetzt und schon haben sie eine weit größere Herausforderung. Hier aber ein ganz vakantes Unterscheidungsmerkmal. Die Kollegen aus der Geschäftsführung bzw. Vorstand werden zum Thema GeschGehG einige Zeilen im Jahresabschlussbericht erklären müssen! Als Risiko im Schadensfall betrachtet ist das DSGVO verglichen mit dem GeschGehG ein monetärer Klacks! Vor allem im Vergleich der Agilität zwischen umtriebigen Mitarbeitern und Partnern in Bezug auf das GschGehG mit der Geschwindigkeit und Prüfungswut der Datenschutzbehörden in Bezug auf das DSGVO! Sofern sie es jetzt nicht verstehen, der Wirtschaftsprüfer wird es der Geschäftsleitung erklären!

Gehen wir aber von einem Idealfall aus. Nehmen wir an der Compliance-Manager oder der Syndikus haben einen ihren Job gemacht und dem Vorstand verständlich erklärt, was zu tun ist. Dieser hat auch erkannt, dass das GeschGehG keine Übergangsfrist vorsieht. Sie oder er gibt sofort ein Sonderbudget frei, um die Umsetzung zu beginnen. Aufsichtsrat bzw. Shareholder stehen zur Seite, sofern sie vorher sowieso nicht in einer Selbstinitiative die Frage des Kapitalschutzes gestellt haben. Das Projekt beginnt also unmittelbar. Geleitet wird es intern vom Compliance-Manager und/oder der Rechtsabteilung. Unterstützt wird es von der Geschäftsleitung, als Projekt-Sponsors um die Priorität transparent zu machen!

Unser Beispiel ist ein typisches deutsches Mittelstandunternehmen größeren Formats so wie sie zigfach in Deutschland als Familienunternehmen entstanden sind. Ob doch Sie bei der folgenden Schilderung sofort auch an DAX-Unternehmen denken werden.

DAS INTERNATIONAL AKTIVE DEUTSCHE UNTERNEHMEN

Unser fiktives Unternehmen hat eine Gesellschaftsstruktur bestehend aus einer Holding in Bayern und 3 weiteren Tochtergesellschaften in Deutschland sowie 15 weiteren Tochtergesellschaften in West- und Osteuropa. Von diesen 15 sind 12 im Wirtschaftsraum der EU und nur 3 in Drittstaaten wie Schweiz, Serbien und der Türkei (kein GeschGehG). Unser Unternehmen ist ganz typische nicht nur organisch gewachsen. Über 70% des jetzigen Produktportfolios sind über frühere M&A´s entstanden. Es soll auch so weitergehen. Insgesamt beschäftigt es derzeit 13.000 Mitarbeiter. Am Profit gemessen werden die erfolgreichsten Produkte nicht ausschließlich in Deutschland produziert werden. Sein Netzwerk aus Lieferanten, Vertriebspartnern und sonstigen Serviceanbietern erstreckt sich über ganz Europa. Aus dem unternehmensübergreifenden Third-Party Risiko-Management kommt eine Zahl von 186 Unternehmen, die momentan als stetige Geschäftspartner bezeichnet werden.

DIE RICHTIGE WAHL DES PARTNERS

Sofort stellt die Projektleitung fest, das Unternehmen selbst ist nicht imstande dieses Projekt ohne eine Involvierung von Spezialisten umzusetzen. Es fehlt an Kompetenz, freien Ressourcen, richtigen Methoden und entsprechenden Werkzeugen! Hier sei jedem Unternehmen empfohlen im Angebot an Law-Firm’s den richtigen Partner zu wählen. Der gleiche Partner soll dem Unternehmen später in der Prozessführung in Schadensfällen begleiten. Eine Trennung zwischen GeschGehG-Umsetzer und späterem Rechtsvertreter, würde einen unnötigen Budget- und Zeitaufwand bedeuten. Eine gute GeschGehG Umsetzung mit einer kleinen und jungen bzw. mit einem spezialisiertem Team einer mittelgroßen Kanzlei kann mehr Sicherheit bringen als eine Wirksamkeitsverfehlung mit einer Kanzlei aus dem Advokaten-Adel. Deren Logo bzw. Stundenaufstellung zählt definitiv nicht als Beweis, dass Unternehmen ein Schutzkonzept erstellt haben. Das Unternehmen sollte sich also nicht von Bekenntnissen auf Webseiten oder Folien beeindrucken lassen, sondern auch nach einem Bau- und Werkzeugkasten fragen!

DIE HERAUSFORDERUNG IST MEHRDIMENSIONAL

Aber schnell wird die tatsächliche Dimension der Herausforderung klar! Während der Überlegung, wie Daten überhaupt zu klassifizieren hat, stellt die Unternehmensgruppe fest, dass die Geschäftsgeheimnisse der Unternehmensgruppe nicht nur in Deutschland liegen. Sie sind quer über die einzelnen Gesellschaften in den einzelnen Geschäftsanwendungen, Server-Systemen und Arbeitsplätzen verteilt. Ganz nebenbei, durch den unterschiedlichen Fokus haben die einzelnen Firmen sogar unterschiedliche Geschäftsgeheimnisse. Das erhöht nochmals die Komplexität des Projektes in der Klassifizierung der Geschäftsgeheimnisse. In den meisten Tochtergesellschaften wird nicht Deutsch gesprochen. Das Unternehmen konsolidiert Informationen und stellt dabei fest, die Geschäftsgeheimnisse können auch auf Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Ungarisch, Polnisch, Finnisch, Tschechisch, Serbisch und Türkisch verraten werden!

Dem GeschGehG folgend müssen die Maßnahmen flächendeckend umgesetzt werden und das Unternehmen steht jetzt vor einer Mammutaufgabe!

HILFSWERKZEUGE SIND EIN MUSS

Ohne ein Projekt-Programm und einen automatisierten Ansatz ist diese Aufgabe definitiv nicht zu bewältigen. Eine Armada von halb wissenden Jungberatern oder Assoziatives mit Fragebögen in Excel herumlaufen zu lassen würde jedes Budget und Zeitplanung über Bord werfen. Auch wenn es die Zeit und das Geld hätte, der Schutz wäre trotzdem nicht gewährleistet! Das Unternehmen würde damit nur ein ‚Jugend forscht Projekt‘ subventionieren! Manager mit Erfahrung haben das am eigenen Leib in ähnlichen Unterfangen bewiesen. Ohne entsprechende taktische Werkzeuge in Form von Software-Algorithmen ist das Projekt mit 90% Sicherheit zum Scheitern verurteilt!

DAS INTELLIGENCE LOSS PREVENTION AUDIT [ILPA] ÜBERZEUGT MIT SEINER REALITÄT

Sofern Sie sich jetzt die Frage stellen, wieso ich Ihnen diese komplexe Situation darstelle, bitte ich Sie zu überlegen, wie viele Unternehmen sich genau dieser Situation zu stellen haben?

Wieso ich das Ausmaß dieser Herausforderung verstehe, hat mit der Tatsache zu tun, dass mein Unternehmen Prosper Intelligence Solutions GmbH vorab 180 Mannjahre investiert hat, um jetzt ein Alleinstellungsmerkmal in GeschGehG Umsetzungen zu haben. Durch die Erfahrung aus früheren Projekten sehr ähnlicher Natur haben wir unser erworbenes Wissen permanent in Programm-Code gewandelt. Dieser hilft uns jetzt dabei viele manuelle Aufgaben zu automatisieren und unseren Klienten viel Zeit und Geld zu ersparen.

Der beschriebene Fall ist durchschnittlich komplex für unsere Partnerschaften im LEGAL & TECH Verbund. Durch den hohen Grad an Automatismen sowie der Spezialisierung können wir 100% Budgetsicherheit und Zeitplanung garantieren. Sie bringen nämlich mit, was andere nicht einmal wissen, dass sie es brauchen um Geschäftsgeheimnisse zu schützen!

Auf meinem Profil finden Sie regelmäßig neue Beiträge zum Thema GeschGehG Umsetzung! Zumeist kommen diese aus aktuellen Vorhaben als Erfahrung. Die geschilderten Herausforderungen wurden dann bereits gelöst. Mehr Infos finden Sie unter www.GeschGehG.eu oder kontaktieren mich per E-Mail unter zoran.jovanovic@GeschGehG.eu